Green New Deal – Lösung der ökologischen Krise oder nur ein grüner Kapitalismus?

EXTERN: Bei dieser Veranstaltung der Rosa Luxemburg-Stiftung vertrat Ralf Fücks eine ,ökokapitalistische‘ Position (im englischen ,Natural Catitalism‘), hierbei lehnte er sich an Paul Hawken: Öko-Kapitalismus an. Elmar Altvater publizierte das Werk Das Ende des Kapitalismus. Wie wir ihn kennen: Eine radikale Kapitalismuskritik.

Diskussion / Vortrag
Green New Deal – Lösung der ökologischen Krise oder nur ein grüner Kapitalismus?
Dokumentation eines Streitgesprächs mit Ralf Fücks und Elmar Altvater. Auftaktveranstaltung des Rates für radikale Realpolitik – der neuen Zukunftskommission der RLS.

Die allgemeine Umorientierung von Investitionen in Richtung Energieeffizienz und Reduzierung von CO2-Emissionen wäre die notwendige technologische und Akkumulationsbasis zur Schaffung von Millionen von Arbeitsplätzen und für einen neuen gesellschaftlichen Konsens.

Ein bereits lautstark geforderter »grüner New Deal« dient als Antwort auf Finanz- und Wirtschaftskrise, Reproduktions-, Job- und ökologische Krise – und zur Relegitimierung der Marktwirtschaft. Ein grüner New Deal erschließt neue Akkumulationsfelder für das nach Investitionsmöglichkeiten suchende Kapital durch das weitere Zur-Ware-Machen von natürlichen Ressourcen im Bereich von Biodiversität oder Gentechnologie. Er sucht nach Technologien zur ökologischen Effizienzsteigerung in Produktion und Energieversorgung, neue Investitions- und Absatzmärkte im Zertifikats- bzw. Emmissionshandel und im ökologischen Konsum (Bio-Lebensmittel, ökologischer Hausbau, umweltfreundlichere Autos usw.). Der Markt für Investitionen in emissionsarme Energien und grüne Technologien verspricht auf etliche Billionen Dollar anzuwachsen.

Doch wenn Natur und Umweltschutz zur Ware werden, werden dann auch die Möglichkeiten zur Lösung der ökologischen Krise beschränkt? Eine Umwälzung der gesamten Produktionsstruktur, der Praxis und Kultur des Konsumismus, der Ökonomie der Autogesellschaft, der Struktur unserer Städte, unseres gesellschaftlichen Verhältnises zur Natur ohne die kapitalistische Produktionsweise als solche anzutasten – reproduziert dies nicht nur deren Widersprüche?

Ralf Fücks bekleidete mehrere politische und Parteiämter für Die Grünen, war Sprecher des Bundesvorstands, Senator in Bremen und Mitglied der Grundsatzprogrammkommission der Partei. Seit 1996 ist er Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung.

Elmar Altvater ist ehemaliger Professor für Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU-Berlin und Autor zahlreicher globalisierungs- und kapitalismuskritischer Bücher. Er war Gründungsmitglied der Grünen und ist heute in Der Linken aktiv.

Videozusammenschnitte der Diskussion

Einführung und Vorstellung:
Mario Candeias, Institut für Gesellschaftsanalyse,
Vorsitzender des Rates für radikale Realpolitik der RLS

Ralf Fücks:

Green New Deal: Aus der Not der Krise eine Tugend machen

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Elmar Altvater:

Wir können nicht auf eine Kapitalismusanalyse verzichten

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Ralf Fücks:

Entscheidend ist: Gelingt es uns die ökonomische Wertschöpfung abzukoppeln von dem Naturverbrauch?

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Elmar Altvater:

Entkoppelung von kapitalistischer Wirtschaft und Wachstum ist eine Illusion

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Regulierter Markt versus Planwirtschaft

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