Business as usual

Lesearbeit Krise IV

An diesem Abend diskutieren wir in einer Telefonkonferenz das Buch

„Business as usual“ von Paul Mattick

Business as usual

 

Termin:
24.+ 31. Mai 2012 je 20:00

Für die Aufnahme in die Konferenz bitte Mail an info@krisekapitalismuskritik.de

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(Konter-) Revolutionen

Lesearbeit Krise III

An diesem Abend diskutieren wir in einer Telefonkonferenz den Aufsatz

„Konstitution und Klassenkampf“ von Hans-Jürgen Krahl

sowie Auszüge aus

„Konterrevolution und Revolte“ von Herbert Marcuse

Termin:
17. Mai 2012 20:00

Für die Aufnahme in die Konferenz bitte Mail an info@krisekapitalismuskritik.de

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Worum es geht – Flugschrift

41 Seiten Klartext: Sinn unseres menschlichen Lebens ist Freiheit und Glück. Doch Freiheit, deren Voraussetzung soziale Gleichheit ist, ist mit unserem kapitalistischen System nicht zu haben. Grundlage des Systems sozialer Ungleichheit und Unglücks sind profitgetriebene Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft und natürlicher Ressourcen. In diesem System geht es niemals allen Menschen gut: Glück und Freiheit gibt es begrenzt nur für wenige – eine beschränkte Freiheit in vielen Zwängen. Jutta Ditfurth beschreibt mit wenig Worten, wie Kapitalismus funktioniert und wir Menschen in ihm. Wir werden korrumpiert und lassen uns verführen: So kann es nicht weitergehen mit der Krise unseres Lebens, der Krise namens Kapitalismus, die auch im Normalbestrieb Krieg und Krisen produziert. Die Werkzeuge, diesen Zustand zu verschleiern, fehlen ebenso wenig wie Methoden, Protestbewegungen zu spalten, Störungen zu beseitigen und gefährlichen Widerstand zu entdecken und auszuschalten. Oft bevor die Beteiligten bemerken, was geschieht: Seit 500 Jahren ist das System wandlungsfähig, unter bestimmten Umständen gehört dazu auch der Faschismus.
Was immer droht ist die ökologische Katastrophe, die Zerstörung von Mensch und Natur. Dabei wäre längst alles vorhanden, um allen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und die Natur in einem menschenfreundlichen Zustand zu erhalten. Doch Glück und Freiheit bringen keine Profite für Kapital und Staat.
Wenn wir uns angesichts der globalen Katastrophe mit kleinen Freiheiten und Glücksmomenten nicht zufrieden geben wollen, wenn wir mit dem Wissen, welches Unglück unsere Produktion weltweit verursacht, nicht leben wollen: was dann? Jutta Ditfurth warnt vor der Flucht in irrationale, esoterische Angebote, vor angeblich systemkritischen Bewegungen, die mit Beteiligungsangeboten schnell integriert werden können, vor Zeitgeist-Movement und Anthroposophen, vor Bewegungen mit einer offenen Flanke für Rechtspopulistisches, Nationalistisches und Antisemitismus.
Was also ist zu tun? Theorie, Aktion und Organisation. Kapitalismusanalyse vor allem mit Marx, dann mit Luxemburg, Marcuse und Krahl. Theorie braucht Empirie und ist keine Gebrauchsanweisung für Aktion, aber Schutz davor, sich zu verzetteln und an falscher Stelle zu versumpfen. Theorie und Aktion brauchen Organisation. Doch auch hier sind Hinschauen und Kritik geboten. Antihierarchische Strukturen, ignorant gegen Wissen und Geschichte, verblöden oft, bevor sie tragfähige demokratische Strukturen gefunden haben; zu suchen ist eine Organisation, die weiterbildet, die ein Ort für Streit, Diskussion und qualifizierte Kritik ist, die keine esoterische Harmoniesucht pflegt und Hierarchien antastet, am besten eine, die ein Gegengewicht zur korruptiven Integrationskraft kapitalistischer Verhältnisse bildet. Wie es ausgeht ist offen. Das kann auch nicht anders sein und auch das wusste bereits Marx: Die gesellschaftlichen Träger der Umwälzung entwickeln sich im Prozess.
Sehr genau weiß Ditfurth über die grüne Partei Bescheid und die Schwierigkeiten der Parteiarbeit, allerdings auch über das Verzetteln in falschen Gruppen und Bündnissen. Ob es ausreicht, den Staat noch als Interesse einer Klasse zu beschreiben, ist zu diskutieren. Warum die Sicherheit, die in einem Staat zu finden ist, nicht schon immer das Gegenteil der Freiheit, sondern nur „längst“ geworden ist, ist unverständlich; ebenso wie die Idee eines anderen besseren Lebens, das einst möglich gewesen wäre. Letzteres scheint wohl nötig gleich einer Referenz – was war, kann wieder sein. Damit wird die Idee, für Freiheit und Glück müssten erst die Voraussetzungen geschaffen werden, aufgegeben, obwohl ein positiver Revolutionsbegriff verwendet wird. Die Verwendung des Begriffs „rechtsradikal“ verweist auf die Verwendung des Begriffs in den 1980er Jahren – wie vieles in dem Buch an diese Zeit erinnert, als die Suche nach dem Glück selbstverständlich war.
Worum es geht? Eine Flugschrift, die Orientierung geben und Sand ins Getriebe des Systems streuen will, mit Marx und Marcuse gegen Reformismus, Nationalismus, Antisemitismus und gegen das, was nach Außen als links gilt: Occupy und Grundeinkommen. Eine Positionsbestimmung, die keine Konflikte scheut, Geschichte und Grundlagen kennt.
Ob sie Mitstreiter für eine Revolution findet, indem sie Freund und Feind beschimpft, fragt die Presse. Damit trifft sie ins Schwarze, ohne verstanden zu haben: Mit FreundInnen, die harmoniesüchtig Nettigkeiten statt in Streit und Kritik Entwicklung und Wissen suchen, ist keine Revolution zu machen. Das erklärt Ditfurth in ihrer Flugschrift. Sie beruhigt aber auch: Sogar in Deutschland sind die Verhältnisse und Mentalitäten nicht genetisch und nicht unabänderlich. Möglich sind auch hier durchdachte Aktionen, die Denkprozesse auslösen und die Welt und die Handelnden verändern, auch dann, wenn sie scheitern.
Ob diese fast religiöse und tröstliche Hoffnung angesichts der Entwicklung wirklich zählt, kann bezweifelt werden, doch dieser Einspruch verschleiert oft Bequemlichkeit.
Sicher ist: Auch ein kleines Buch macht keine Revolution. Aber es zeigt überraschend kurz und doch treffend den Weg durch den Bewegungsdschungel, den wir links emanzipatorisch nennen können und liefert die Literatur, die immer wieder gelesen werden sollte.

Worum es geht – Flugschrift. Rotbuch Verlag, Berlin 2012.
http://www.rotbuch.de/images/stories/cover/print/9783867891547.jpg
Lesekreis Termin: 3. Mai 2012 19:30

 

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Was wusste Marx? Teil 5

 

Von der Finanzkrise zur Kritik der politischen Ökonomie:

Was wusste Marx?


Vortrag und Diskussion

mit Ruth Birkle

Sprecherin Grüne Bruchsal, Politikwissenschaftlerin

Donnerstag, 01.04. 19:00

Grüner Treff
Paffrather Straße 84, Bergisch Gladbach

2008 erschütterte eine Krise die Finanzmärkte. Wieder einmal entbrannte die Diskussion um Wirtschaft und Politik, Krisen und Kapitalismus. Die Systemfrage wird neu gestellt und Linke tun sich mit nationalistischen Ansätzen schwer, während PostoperaistInnen den Kapitalismus für ontologisch halten und ZusammenbruchstheoretikerInnen ihm sein unfreiwilliges Ende voraussagen. Dabei arbeiten die meisten mit Begriffen wie Wert, Ware und Profit, die häufig ungeklärt im Raum stehen bleiben oder einfach vorausgesetzt werden.

Wir versuchen, Marx bei der Unterscheidung zwischen zirkulierendem und fixem Kapital zu folgen, um anschließend zu verstehen, was er an den Physiokraten und Adam Smith auszusetzen hat (Kapitel 7-11, K2).

Plakat

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